Adrian Niemko
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Adrian Niemko
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Was passt besser, garage oder carport?

Garage oder Carport? Vor dieser grundlegenden Frage stehen viele Hausbesitzer. Beide Optionen schützen Ihr Fahrzeug, unterscheiden sich aber erheblich bei Kosten, Sicherheit, Platzbedarf und Funktionalität. Welche Wahl die bessere ist, hängt von Ihren Prioritäten, Ihrem Budget und den Gegebenheiten Ihres Grundstücks ab.

Wenn der maximale Schutz für Ihr Auto an erster Stelle steht, führt kaum ein Weg an der Garage vorbei. Als geschlossener Baukörper schirmt sie Ihr Fahrzeug umfassend vor sämtlichen Wettereinflüssen wie Hagel, Sturm, starkem Regen und UV-Strahlung ab. Darüber hinaus bietet sie einen deutlich höheren Schutz vor Diebstahl, Vandalismus und Tierschäden, beispielsweise durch Marder. Eine Garage ist mehr als nur ein Parkplatz – sie dient oft als zusätzlicher Stauraum für Fahrräder, Werkzeug oder Gartenmöbel.

Der Carport punktet hingegen mit anderen Stärken: Er ist in Anschaffung und Montage wesentlich kostengünstiger und oft schneller aufgebaut. Seine offene Bauweise wirkt leichter und moderner – ein Vorteil auf kleineren Grundstücken, wo er den Außenbereich weniger dominiert. Ein entscheidender Vorteil ist die hervorragende Belüftung: Ein nasses Auto trocknet unter dem Carport deutlich schneller als in einer stickigen Garage, was das Risiko von Rost und Schimmel minimiert. Zudem entfällt das tägliche Öffnen und Schließen eines Garagentors.

Garage oder carport: kosten im direkten vergleich

Beim Thema Kosten gibt es einen klaren Gewinner: Der Carport ist in der Anschaffung und im Bau fast immer die deutlich günstigere Alternative. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Für einen Carport wird weniger Material benötigt und der Arbeitsaufwand für die Montage ist erheblich geringer. Eine massive Garage erfordert hingegen ein stabiles Fundament, feste Wände, ein robustes Dach, ein Garagentor und oft auch elektrische Installationen.

Diese Unterschiede schlagen sich direkt im Preis nieder. Während Sie einfache Bausätze für einen Holz-Carport bereits für unter 1.000 Euro finden und mit etwas handwerklichem Geschick selbst aufbauen können, müssen Sie für eine Garage mindestens 5.000 Euro einplanen – nach oben sind die Grenzen offen. Die Entscheidung hängt also maßgeblich von Ihrem verfügbaren Budget ab.

Typische kosten für carports

Die Preisspanne für einen Carport bewegt sich in der Regel zwischen 500 und 10.000 Euro. Der Endpreis hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Material: günstige Bausätze aus kesseldruckimprägniertem Holz sind bereits für unter 1.000 Euro erhältlich, während langlebiges Aluminium oder Stahl teurer sind.
  • Größe: ein Doppelcarport kostet mehr als ein Einzelstellplatz.
  • Zusatzausstattung: Seitenwände, ein integrierter Geräteschuppen, Beleuchtung oder eine Vorbereitung für eine Solaranlage erhöhen den Preis.

Zusätzlich zu den reinen Materialkosten sollten Sie folgende Nebenkosten in Ihr Budget einplanen:

  • Kosten für ein solides Fundament
  • Lieferkosten per Spedition
  • Montage durch Fachhandwerker, falls diese nicht in Eigenleistung erfolgt

Typische kosten für garagen

Im direkten Kostenvergleich zum Carport müssen Sie für eine Garage in der Regel ein höheres Budget einplanen. Die Preisspanne ist hier ebenfalls groß und hängt stark von der gewählten Bauart ab. Den Einstieg markieren einfache Beton-Fertiggaragen, die oft schon ab 2.500 bis 5.000 Euro erhältlich sind. Sie sind eine schnelle und vergleichsweise günstige Lösung.

Wer mehr Wert auf Optik oder spezifische Materialien legt, findet im mittleren Preissegment gängige Fertiggaragen aus Metall oder Holz, die sich preislich meist zwischen 5.000 und 9.000 Euro bewegen. Die solideste, aber auch teuerste Variante ist die massiv gemauerte Garage. Je nach Größe, Ausstattung und regionalen Handwerkerkosten müssen Sie hier mit 10.000 bis 25.000 Euro oder sogar mehr rechnen.

Auch bei der Garage kommen zum reinen Kaufpreis oft erhebliche Nebenkosten hinzu, die den Gesamtpreis erhöhen:

  • Ein solides Fundament oder eine Bodenplatte
  • Die Elektroinstallation für Licht und Steckdosen
  • Ein elektrischer Torantrieb
  • Weitere individuelle Ausstattungen

Ladestation in garage oder carport installieren?

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos wird die eigene Ladestation immer wichtiger. Ob Sie sich für eine Garage oder einen Carport entscheiden – eine Wallbox lässt sich grundsätzlich in beiden Varianten sicher installieren. Entscheidend sind dabei jedoch die technischen und baulichen Rahmenbedingungen.

Unabhängig vom Standort gibt es grundlegende Voraussetzungen: Die Installation muss zwingend von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Dieser stellt sicher, dass alle VDE-Normen und die Vorgaben Ihres Netzbetreibers eingehalten werden. Dazu gehören:

Bei der Installation in einem Carport steht der Wetterschutz an erster Stelle. Die Wallbox muss eine passende Schutzart (z. B. IP44 oder höher) aufweisen, um gegen Spritzwasser, Regen und Staub geschützt zu sein. Ebenso wichtig ist die Montage: Stecker und Ladekabel dürfen niemals im Nassen liegen oder ungeschützt der Witterung ausgesetzt sein.

In einer geschlossenen Garage gelten andere Prioritäten:

  • Gute Belüftung: Sie ist entscheidend, um entstehende Wärme abzuführen.
  • wirksamer Brandschutz: Lagern Sie keine brennbaren Materialien direkt neben der Wallbox.
  • Schutz vor mechanischen Beschädigungen: ein zusätzlicher Anfahrschutz kann die Ladestation vor versehentlichen Remplern schützen.

Bevor Sie die Installation beauftragen, sollten Sie zwei wichtige Punkte klären:

  • Hausanschluss prüfen: ist er für die zusätzliche Dauerlast ausgelegt oder ist eine Verstärkung bzw. ein Lastmanagement-System nötig?
  • Fördermöglichkeiten nutzen: Informieren Sie sich über aktuelle Förderprogramme, um Kosten zu senken.

Baugenehmigung für carport und garage

Bevor der erste Spatenstich erfolgt, steht ein unumgänglicher Schritt an: die Klärung der baurechtlichen Situation. Sowohl für Garagen als auch für Carports gelten in Deutschland klare Vorschriften, deren Missachtung zu Bußgeldern oder sogar zur Forderung eines Rückbaus führen kann. Die entscheidende Frage lautet also nicht ob, sondern welche Regelungen für Ihr Bauvorhaben gelten.

Das Baurecht ist in Deutschland Ländersache. Jedes Bundesland legt daher in seiner eigenen Landesbauordnung (LBO) fest, unter welchen Voraussetzungen ein Bauvorhaben genehmigungspflichtig ist. Kleinere Carports und Garagen – oft bis zu einer bestimmten Grundfläche (z. B. 30 m²) und Wandhöhe (z. B. 3 m) – sind häufig „verfahrensfrei“. Das ist aber kein Freibrief: Auch solche Bauten müssen sich an den örtlichen Bebauungsplan, die Abstandsflächen zum Nachbarn und kommunale Satzungen halten.

Die Positionierung auf dem Grundstück ist dabei ein wichtiger Punkt. Die Vorschriften zur Grenzbebauung legen genau fest, wie nah Sie an das Nachbargrundstück heranbauen dürfen und welche maximale Länge die Bebauung an der Grenze haben darf. Diese Regeln sollen unter anderem den Brandschutz und eine ausreichende Belichtung für die Nachbarn sicherstellen. Dabei wird eine massive Garage oft strenger bewertet als ein offener Carport.

Der einzig verlässliche Weg, um rechtliche Sicherheit zu erlangen, führt über das zuständige Bauamt Ihrer Gemeinde oder Stadt.

Sind carports genehmigungsfrei?

Die kurze Antwort lautet: es kommt darauf an. Eine pauschale, deutschlandweite Regelung für die Genehmigungsfreiheit von Carports gibt es nicht. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab, die in der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes sowie in lokalen Satzungen festgelegt sind.

In der Regel sind kleinere Bauvorhaben „verfahrensfrei“, was bedeutet, dass Sie keinen formellen Bauantrag stellen müssen. Die Kriterien dafür sind jedoch streng definiert. Entscheidend sind meistens:

  • die Grundfläche: in vielen Bundesländern liegt die Grenze für verfahrensfreie Carports bei einer Fläche zwischen 30 m² und 50 m².
  • die mittlere Wandhöhe: oft darf eine maximale Höhe von 3 Metern nicht überschritten werden.

Doch Vorsicht: „Verfahrensfrei“ bedeutet nicht „regelfrei“. Auch wenn Sie keinen Bauantrag benötigen, müssen Sie sich zwingend an die Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans halten. Dieser kann beispielsweise das Material, die Dachform oder die genaue Positionierung vorschreiben. Ebenso müssen die Regeln zur Grenzbebauung und die Abstandsflächen zum Nachbargrundstück eingehalten werden.

Abstände und bauvorschriften im fokus

Ein wichtiger Aspekt bei der Planung sind die sogenannten Abstandsflächen. Auch wenn die genauen Vorschriften Ländersache sind, gibt es eine oft anzutreffende Faustregel: Wird ein Carport oder eine Garage nicht direkt auf der Grundstücksgrenze errichtet, ist in der Regel ein Mindestabstand von drei Metern zum Nachbargrundstück einzuhalten.

Eine besondere Rolle spielt die Grenzbebauung. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Garagen und Carports direkt an der Grundstücksgrenze gebaut werden. Dies ist jedoch meist an strikte Bedingungen geknüpft, wie eine maximale Länge (oft 9 Meter pro Grenze) und eine mittlere Wandhöhe von 3 Metern. Auch hier gilt: Die exakten Werte legt Ihr Bundesland fest.

Anders verhält es sich oft mit dem Abstand zur öffentlichen Straße, wo für Garagen strengere Vorgaben gelten können (z. B. fünf Meter), um den fließenden Verkehr nicht zu gefährden. Da alle genannten Maße nur Richtwerte sind, ist die Rücksprache mit dem Bauamt vor der Detailplanung unerlässlich, um die verbindlichen lokalen Vorgaben zu klären.

Risiken und fallstricke beim bau von carport und garage

Ein Carport oder eine Garage zu errichten, scheint auf den ersten Blick ein überschaubares Projekt zu sein. Doch ohne sorgfältige Planung und Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen kann das Vorhaben schnell zu erheblichen Problemen führen. Die Risiken reichen von unerwarteten Kosten über handfeste Streitigkeiten mit den Nachbarn bis hin zur behördlich angeordneten Abrissverfügung.

Die häufigsten Probleme entstehen durch eine unzureichende Vorbereitung und lassen sich in zwei Bereiche gliedern:

  • Konflikte mit dem Bauamt: diese drohen, wenn Baugenehmigungen ignoriert, Abstandsflächen falsch berechnet oder Vorgaben des Bebauungsplans missachtet werden. Im schlimmsten Fall kann ein Rückbau auf eigene Kosten angeordnet werden.
  • Nachbarschaftsstreitigkeiten: ein zu grenznaher Bau, Schattenwurf oder Baulärm können das Verhältnis belasten. Ein offenes Gespräch vor Baubeginn kann viele Konflikte vermeiden.

Auch technische Fehler bei der Ausführung bergen Risiken. Dazu zählen beispielsweise ein unzureichend dimensioniertes Fundament oder eine mangelhafte Dachentwässerung. Eine sorgfältige Vorbereitung ist die beste Versicherung gegen Komplikationen und umfasst drei Kernpunkte:

  • Gründliche technische Planung
  • Einholung aller notwendigen Genehmigungen
  • Transparente Kommunikation mit den Nachbarn

Feuchtigkeits und schimmelrisiken in garagen

Eine massive Garage bietet zwar maximalen Schutz, birgt jedoch ein oft unterschätztes Risiko: Feuchtigkeit. Wenn Sie Ihr nasses Fahrzeug nach einer Regenfahrt abstellen, kann die Nässe in der geschlossenen Umgebung nur langsam entweichen. Zusätzlich entsteht an kalten Wänden und dem Garagentor Kondenswasser.

Die Folgen dieser stehenden Nässe sind gravierend. Die schlechte Luftzirkulation schafft ein ideales Klima für Schimmelbildung, was nicht nur die Bausubstanz angreift, sondern auch gesundheitsschädlich sein kann. Gleichzeitig fördert die permanente Feuchtigkeit die Korrosion am Fahrzeug – Rost an Karosserie, Bremsen und Unterboden ist die Folge. Lagern Sie zusätzlich feuchte Gartengeräte in der Garage, verschärft sich das Problem weiter.

Um diesen Risiken vorzubeugen, ist eine gute Belüftung unerlässlich. Folgende Maßnahmen helfen, Ihr Fahrzeug und die Garage vor Schäden durch Schimmel und Rost zu schützen:

  • regelmäßiges Lüften durch Öffnen des Tors und eventueller Fenster.
  • Installation von Lüftungsgittern oder einer mechanischen Belüftungsanlage.
  • kontrollierte Dämmung zur Vermeidung von Kondenswasser.
  • regelmäßige Kontrolle auf Feuchtigkeitsflecken.

Materialien, lebensdauer und pflege

Die Wahl des richtigen Materials ist entscheidend für die Langlebigkeit, den Pflegeaufwand und die Optik Ihrer Garage oder Ihres Carports. Jedes Material bringt spezifische Eigenschaften mit, die sich direkt auf die Kosten und den langfristigen Werterhalt auswirken. Ob Sie die natürliche Wärme von Holz, die moderne Kühle von Metall oder die massive Beständigkeit von Beton bevorzugen – Ihre Entscheidung ist von großer Bedeutung.

Holz, metall und beton im vergleich

MaterialVorteileNachteile & Pflege
HolzNatürliche Optik, harmonische Integration, oft kostengünstigHoher Pflegeaufwand (regelmäßiger Schutzanstrich gegen Verwitterung, Fäulnis, Schädlinge) erforderlich
Metall (Stahl/Aluminium)Modern, langlebig, formstabil, witterungsbeständigHöhere Anschaffungskosten, Korrosionsrisiko bei beschädigter Schutzschicht
BetonMaximale Stabilität, bester Schutz (Einbruch, Wetter), extrem dauerhaftHohe Baukosten, massives Fundament nötig, möglicher Sanierungsaufwand (Putz, Dach, Tor)

Garagen carport kombinationen und montage

Warum sich für eine Option entscheiden, wenn sich die Vorteile beider kombinieren lassen? Eine Garagen-Carport-Kombination ist die ideale Lösung für Haushalte mit mehreren Fahrzeugen oder unterschiedlichen Ansprüchen. Sie verbindet den umfassenden Schutz und den zusätzlichen Stauraum einer geschlossenen Garage mit der kostengünstigen, flexiblen und offenen Bauweise eines Carports. Während das Familienauto oder der Oldtimer sicher verschlossen ist, findet der Zweitwagen für den täglichen Gebrauch unter dem Carport einen gut belüfteten und dennoch geschützten Platz.

Unabhängig von der gewählten Bauart ist ein fachgerechtes Fundament das A und O für Stabilität und Langlebigkeit. Eine solide Bodenplatte von mindestens 15 cm Stärke beugt Setzungen und Schäden an der Konstruktion vor, weshalb die sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds unerlässlich ist.

Fertiggarage versus massivgarage

Eine Fertiggarage wird als vorgefertigtes Bauteil geliefert und auf einer vorbereiteten Bodenplatte montiert, was oft nur wenige Stunden bis Tage dauert. Die Vorteile dieses Vorgehens sind:

  • Kürzere Bauzeit
  • Weniger Lärm und Schmutz auf dem Grundstück
  • Geringere Lohnkosten

Der Bau einer Massivgarage gleicht hingegen einem vollwertigen Bauprojekt. Er erfordert ein aufwendigeres Fundament, oft inklusive Frostschürzen gegen Bodenschäden. Danach folgen die einzelnen Gewerke vor Ort: Maurer, Putzer und Dachdecker. Dieser Prozess dauert nicht nur länger, sondern erfordert auch die Koordination verschiedener Handwerker, was Montageaufwand und Gesamtkosten spürbar in die Höhe treibt.